Foto: Kay Dittberner

Was ist die Indianerarbeit?

Im Jahr 2013 verbüßten durchschnittlich 1.868 Gefangene ihre Strafe in den Jugendvollzugsanstalten von Sachsen-Anhalt.

Besonders problematisch ist, dass indirekt auch ihre Familienangehörigen mitbestraft werden. Kinder leiden meist sehr unter der Abwesenheit des Elternteils. An diese, in unserer Gesellschaft häufig vergessenen und benachteiligten Kindern und ihre Familien, richtet sich das Angebot der Indianerarbeit.

Bereits im Jahr 1989 entstand in NRW die Idee, ein Indianercamp für Kinder von Strafgefangen anzubieten, welches sich ausschließlich durch Spenden finanziert. Im Jahr 2014 stießen wir als GJW-NOS, als ein weiterer Träger dazu.

Das Indianer-Camp ist als ein Zeltlager konzipiert, welches Kindern von Strafgefangenen, zwischen 7-13 Jahren die Möglichkeit gibt, kostenlos eine Woche Urlaub mit Spiel, Spaß, Abenteuer und Kreativität zu erleben. Dabei können die Kinder den Alltag hinter sich lassen und im Camp an verschiedenen Aktionen teilnehmen, wie z.B. Lagerolympiaden, Geländespielen, Bastelarbeiten und vieles mehr. Übernachtet wird im Tipi und beim Lagerfeuer kann biblischen Geschichten gelauscht oder zur Gitarre am Lagerfeuer gesungen werden.

Das Programm ist hierbei bewusst mit christlichen Inhalten konzipiert und gibt Kindern die Möglichkeit, biblische Inhalte spielerisch und ohne Zwang zu entdecken. Eine feste Tagesstruktur in den Camps und eine enge Betreuung gibt vielen Kindern Stabilität und Sicherheit, die sie sonst in ihren alltäglichen Leben möglicherweise vermissen. Bei all dem stehen für uns besonders die Interessen und Fähigkeiten der Kinder im Mittelpunkt und unser Ziel ist es, sie zu fördern und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

Durch einen hohen Mitarbeiterschlüssel gelingt es, viel Zeit mit dem einzelnen Kind zu verbringen. Unsere Mitarbeiter sind ausgebildete Gruppenleiter und gehören verschiedenen christlichen Kirchengemeinden an. Die Arbeit absolvieren unsere Mitarbeiter ehrenamtlich.

Einmal Indianer, immer Indianer!

Auch nach dem Camp lassen wir unsere kleinen Abendeurer nicht alleine. So bieten wir Ferienwochenenden an, um weiter in Kontakt mit den Kindern zu sein. Regelmäßige Besuche zu den Kindern und deren Familie, gehören dabei genau dazu, wie ein regelmäßiger Briefkontakt zu den kleinen Indianern.

Nicht ohne Euch!

Die Indianerarbeit basiert auf Spenden und ist nur möglich, weil zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter eine Ferien- oder Urlaubswoche, sowie viele Vorbereitungswochenenden in das Projekt investieren. Neben den Camp-Mitarbeitern ist die Arbeit auch auf ehrenamtliche Hilfe z.B. beim Lagerauf- und -abbau angewiesen. All diese Menschen tragen dazu bei, den Indianerkindern und ihren Familien Hoffnung im oft schwierigen Alltag zu schenken.

Rückblick

Indianerlager 2017 im Selketal

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